So: TeBe vs. Altglienicke

Rund um unsere Fußballgöttinnen und die TeBe-Fanszene

Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon TS_e » 14.11.22 10:37

mr. bungle hat geschrieben:Unser Problem ist ganz klar, dass die Erneuerung des Klubs nach seiner Rückeroberung nicht in gewünschter Form geglückt ist. Wir sind ein bisschen wie Revoluzzer, die ihren spießigen Eltern heute übermütig den Mittelfinger zeigen und morgen bei ihnen anrufen, ob sie nicht ein paar Euro überweisen können, weil die nächste Miete fällig ist. Letztlich finanziert sich das heutige TeBe nicht so viel anders als das TeBe vor zwanzig Jahren. Und natürlich hat das dann auch Einfluss auf Personalentscheidungen.

Gestern standen zwei neue Werbebanden. Diese trotz des desaströsen Situation einzuwerben ist ein erfreuliches kleines Hoffnungszeichen, aber natürlich bräuchten wir mehr davon. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen etwas Vergleichbares wie Babelsberg auf die Beine zu stellen, ist leider sehr schwierig. Dazu müsste auch die Basis wieder wachsen, und dazu wiederum ist ein gewisser sportlicher Erfolg nicht ganz ungünstig. Für Erfolg wiederum brauchst du Kohle. Für Kohle musst du wiederum häufig faule Kompromisse eingehen. Es bleibt kompliziert.

Zum Satzungsthema: Wir haben gleich mehrfach leidvolle Erfahrungen gemacht mit der Manipulation unserer Gremien. Das war bislang vor allem aus zwei Gründen möglich: a) aufgrund des unmittelbar in Kraft tretenden Stimmrechts für jedes Neumitglied und b) deshalb, weil, wer mittels einer feindlichen Übernahme im Stil von 2019 erst mal einen AR nach seinem Gusto installiert hatte, dann ohne weitere Hindernisse einen VS einsetzen konnte, der dessen Marionette ist. Das Prinzip von checks and balances war damit ausgehebelt und lieferte den Klub wiederholt auf Gedeih und Vererb aus. Ein erst verzögert eintretendes Stimmrecht erschwert diese Manipulationsmöglichkeit, verunmöglicht sie aber nicht. Erst durch die separate und zeitversetzte Wahl des Vorstands durch die Mitgliedervesammlung ist eine wichtige zweite Sicherheitsstufe zwischengeschaltet, die die Unabhängigkeit beider Organe voneinander gewährleistet.

Eine solche stabiltätsfördernde Sicherheitsstufe wird niemand fürchten müssen, der es gut mit dem Klub meint. Ein seriös agierender Sponsor wird durch jeden nur denkbaren Vorstand jederzeit willkommen geheißen werden, und natürlich auch durch die Mitgliedschaft. Und diese Seriosität wird er unter anderem genau durch das Akzeptieren demokratischer Spielregeln unter Beweis stellen können.

Wenn an diesen Regeln, noch bevor der erste Cent investiert ist, gerüttelt wird, wenn sich darüber aufgeregt und nicht verstanden wird, aus welcher Erfahrung heraus diese den Mitgliedern wichtig sind, dann stimmt das skeptisch. Auch in der Krise dürfen nicht gleich wieder sämtliche Prinzipien über den Haufen geworfen werden, sobald jemand mit ein paar Scheinchen wedelt. Die helfen uns zwar über den schnellen Durst, können aber erfahrungsgemäß für einen ganz, ganz üblen Kater sorgen. Berlin braucht vieles, aber sicher keine zweite, dritte oder vierte Viktoria GmbH.


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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon TS_e » 14.11.22 10:45

Wir sollten aus der Vergangenheit lernen. TeBe hat sich schon öfter in die Hände mehr oder weniger dubioser Geldgeber begeben (Göttinger Gruppe, Weinkauf, JR...). Letztendlich endeten alle Versuche mit finanziellen Schieflagen und viel verbrannter Erde.

"Schuster bleib bei deinen Leisten." Wenn wir uns in aktueller Form halt "nur Oberliga in der Verbindung mit einem starken Nachwuchs" leisten können, ist mir das lieber, als auf die nächste finanzielle Schieflage zu warten.

Ich wünsche mir eine offene Kommunikation des Vorstandes. Das würde bei mir (und sicher auch anderen) für mehr Verständnis sorgen.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon Don Alfredo » 14.11.22 11:02

So leid es mir tut...die mittelfristige sportliche Perspektive ist im Abstiegsfalle nicht die Oberliga sondern die Berlinliga. Was wir momentan haben, ist eine Berlinligamannschaft, die mit 3-4 Regionalligaspielern aufgehübscht ist. 4 Punkte in 13 Spielen, 9:46 Tore in der Regionalliga...das ist auch nicht "solide Oberliga", wie es an anderer Stelle dieses Threads schon mal geschrieben wurde. Die Entwicklungen bei den Regionalligaabsteigern der vergangenen Saison sollten ein warnendes Beispiel geben. Fürstenwalde, Optik, Tasmania stehen alle in der unteren Tabellenhälfte der Oberliga in der direkten Abstiegszone.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon BRB-Jörg » 14.11.22 11:27

Don Alfredo hat geschrieben:So leid es mir tut...die mittelfristige sportliche Perspektive ist im Abstiegsfalle nicht die Oberliga sondern die Berlinliga. Was wir momentan haben, ist eine Berlinligamannschaft, die mit 3-4 Regionalligaspielern aufgehübscht ist. 4 Punkte in 13 Spielen, 9:46 Tore in der Regionalliga...das ist auch nicht "solide Oberliga", wie es an anderer Stelle dieses Threads schon mal geschrieben wurde. Die Entwicklungen bei den Regionalligaabsteigern der vergangenen Saison sollten ein warnendes Beispiel geben. Fürstenwalde, Optik, Tasmania stehen alle in der unteren Tabellenhälfte der Oberliga in der direkten Abstiegszone.


Wir haben im Gegensatz zu allen Genannten (außer Tas) jetzt auch ein Dreivierteljahr zur Vorbereitung auf die Oberliga. Ich bin mir sicher, dass es uns auch unter den derzeitigen Rahmenbedingungen möglich ist, dort wettbewerbsfähig zu sein.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon mr. bungle » 14.11.22 12:04

Don Alfredo hat geschrieben:Was wir momentan haben, ist eine Berlinligamannschaft, die mit 3-4 Regionalligaspielern aufgehübscht ist.


Das ist es ja, was McGeiz immer predigt und womit er wohl leider nicht ganz unrecht hat.

Wie auch immer, aus diesem Team sollte mehr rauszuholen zu sein als das, was es momentan abliefert. Es ehrt Oschi, wenn er sagt, der Trainerstab könne nichts dafür, wenn die Verteidiger passiv nebenherlaufen und nicht in den Zweikampf gehen. Tatsächlich ist es natürlich dessen genuine Aufgabe, solche sich pemanent wiederholenden Dinge abzustellen. Unfassbar, wie Altglienickes rechte Seite gestern Narrenfreiheit hatte.

Zumindest Platz 16 oder 15 in dieser Liga und mit dieser Truppe zu erreichen ist kein Hexenwerk. So lange noch der Hauch einer Restchance darauf besteht, fände ich es sträflich, diese in den Wind zu schlagen. Denn wie gesagt, die Oberliga kostet auch einiges an Geld, generiert aber weniger Einnahmen.

Kristallisiert sich dann recht schnell heraus, dass der Abstieg tatsächlich nicht mehr aufzuhalten ist, dann hat man zumindest frühzeitig die Weichen gestellt und ein Fundament geschaffen, auf dem sich weiterarbeiten lässt.

Alles natürlich leicht geschrieben, denn es steht und fällt mit der Finanzierbarkeit. Möglicherweise aber kostet die Weiterschäftigung des Trainerstabs mehr Geld als sie spart. Weniger Zuschauer als gestern gab es letztmals, als die Spiele in der Rückrunde 2019 quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.

Die Regionalliga ist ja nicht nur für noch unbekannte Spieler eine Chance, sich zu präsentieren, sondern auch für Trainer, da braucht man nun ein gutes Händchen. Viel zu verlieren hat man ja nicht.
Und niemals vergessen, Blutdruck messen!
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon David » 14.11.22 12:12

Ob wir als Verein mittelfristig Regionalliga, Oberliga oder Berlinliga, spielen ist für die Frage, ob man sich in die Abhängigkeit von einzelnen Personen begibt, egal.
Man begibt sich einfach nicht in diese Abhängigkeit. Erst recht nicht wir, mit unseren Erfahrungen diesbezüglich. Nicht in der Regionalliga und nicht in der Kreisliga.
Ein demokratisch geführter, lebendiger Verein ist wichtiger als sportlicher Erfolg. Wer Profifußball sehen will, kann zu X weiteren Vereinen in Berlin gehen.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon doob » 14.11.22 12:31

Puh...wie das hier rappelt.
Ich jedenfalls - übe mich in Demut und warte auf mögliche 9 Punkte der Hinrunde ab.








JÜRGEN! JÜRGEN! JÜRGEN!
Das Wort °doob° steht als Symbol für zwei Augen mit zwei Ohren - als Inbegriff der Wahrnehmung und Beobachtung - mit Sinn für das Schöne und Aussergewöhnliche.

▪︎02.07.22 RoterLeipzig-Fan: "bist du TeBe-Schlampe?"
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon HaHoHeEisernTebe » 14.11.22 12:53

mr. bungle hat geschrieben:
Don Alfredo hat geschrieben:Was wir momentan haben, ist eine Berlinligamannschaft, die mit 3-4 Regionalligaspielern aufgehübscht ist.


Das ist es ja, was McGeiz immer predigt und womit er wohl leider nicht ganz unrecht hat.

Wie auch immer, aus diesem Team sollte mehr rauszuholen zu sein als das, was es momentan abliefert. Es ehrt Oschi, wenn er sagt, der Trainerstab könne nichts dafür, wenn die Verteidiger passiv nebenherlaufen und nicht in den Zweikampf gehen. Tatsächlich ist es natürlich dessen genuine Aufgabe, solche sich pemanent wiederholenden Dinge abzustellen. Unfassbar, wie Altglienickes rechte Seite gestern Narrenfreiheit hatte.

Zumindest Platz 16 oder 15 in dieser Liga und mit dieser Truppe zu erreichen ist kein Hexenwerk. So lange noch der Hauch einer Restchance darauf besteht, fände ich es sträflich, diese in den Wind zu schlagen. Denn wie gesagt, die Oberliga kostet auch einiges an Geld, generiert aber weniger Einnahmen.

Kristallisiert sich dann recht schnell heraus, dass der Abstieg tatsächlich nicht mehr aufzuhalten ist, dann hat man zumindest frühzeitig die Weichen gestellt und ein Fundament geschaffen, auf dem sich weiterarbeiten lässt.

Alles natürlich leicht geschrieben, denn es steht und fällt mit der Finanzierbarkeit. Möglicherweise aber kostet die Weiterschäftigung des Trainerstabs mehr Geld als sie spart. Weniger Zuschauer als gestern gab es letztmals, als die Spiele in der Rückrunde 2019 quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.

Die Regionalliga ist ja nicht nur für noch unbekannte Spieler eine Chance, sich zu präsentieren, sondern auch für Trainer, da braucht man nun ein gutes Händchen. Viel zu verlieren hat man ja nicht.


Ich finde wir sollten nicht außer Acht lassen, dass die Mannschaft ja durchaus auch Spiele gezeigt hat, die Mut gemacht haben. Ich denke da an das Spiel gegen Babelsberg oder natürlich das gegen Erna II. Viktoria war am Ende auch knapp und die erste Halbzeit gegen Halberstadt waren wir ja auch mehr als gleichwertig. Dass wir so abgeschlachtet werden, ist ein Phänomen der letzten Wochen (übrigens interesssante Parallele zu Tas letzte Spieltzeit!). Daher finde ich die Bewerung "Berlin-Liga-Mannschaft" auch etwas hart. Wenn wir etwas weniger Sperren und Verletzungen hätten, ist das ein Team, dass schon 2-3 Mannschaften hinter sich lassen kann. Aber dafür müssen sie eben auch mal über sich hinaus wachsen und das Glück erzwingen. Und das zu ermöglichen, das ist die Aufgabe eines guten Trainers bzw. eines solchen mit dem entsprechenden Rezept. Und der fehlt eben gerade.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon pusztapunk » 14.11.22 13:37

David hat geschrieben:Ob wir als Verein mittelfristig Regionalliga, Oberliga oder Berlinliga, spielen ist für die Frage, ob man sich in die Abhängigkeit von einzelnen Personen begibt, egal.
Man begibt sich einfach nicht in diese Abhängigkeit. Erst recht nicht wir, mit unseren Erfahrungen diesbezüglich. Nicht in der Regionalliga und nicht in der Kreisliga.
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Re: So: TeBe vs. Altglienicke

Beitragvon pusztapunk » 14.11.22 13:46

Die FuWo versöhnt heute ein bisschen und kennt auch den Schuldigen:

Fußball-Woche hat geschrieben:Das Schlusswort war aus Sicht der Borussen bezeichnend für einen völlig verkorksten Nachmittag. "Wir sind erlöst", verabschiedete der Stadionsprecher den leidgeprüften treuen Anhang, um danach den zahlreichen Fehlerketten der Fußballer eine weitere hinzuzufügen: "Noch einmal gezählt, wir haben 7:0 verloren!" An manchen Tagen will denn auch gar nichts klappen...
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