Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Fußball ohne Tennis & alljemeinet Rumschäkern

Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon Doughnut Boy Andy » 18.10.10 17:49

Endlich ein Bericht von den ExpertInnen!

Die Fandemo war somit ein voller Erfolg. Die zum Teil verfeindeten Fangruppen hielten sich zurück und demonstrierten gemeinsam für den Erhalt einer heterogenen Fankultur. Die Ultrà Gruppen dominierten sichtbar sowohl die Demo, als auch die Kritik daran. Außerhalb der Demo liefen alle diejenigen, die sich nicht recht trauten doch ihre Sympathie trotz der berechtigten Kritik zu zeigen, sowie haufenweise Zivis, Bereitschaftspolizist*innen, Fotograf*innen, Medienvertreter*innen und jede Menge Flyerverteiler*innen. Denn schließlich hatte (beinah) jeder Block sein eigenes Statement. Die Schickeria, übrigens im Alerta! Netzwerk, hatte die längste und sehr informative Erklärung. Am sympathischsten waren aber die Braunschweiger*innen. Richtig widerlich und voll mit Nazis war der Block des Bowlingkugelverein Hühnerhof.


Mein Lieblingteil fängt hier an....

Neben dem echt guten Artikel von Nicole Selmer mut leider auch die unsägliche Abrechnung mit der Demo in der aktuellen Jungle World erwähnt werden. Unter dem Titel Männermob für Männerkultur fällt die*er Autor*in, die*er ein*e durchaus bemerkenswerte Künstler*in und Musiker*in ist, auf die performative (Selbst-) Inszenierung der bei der Demo anwesenden Ultrà-Gruppen herein, reproduziert lediglich die bekannten Vorurteile der bürgerlichen Fußballkonsument*innen, die weit entfernt von engagierter, emanzipatorischer Fanarbeit sind, und erkennt gar nicht, daß sich nicht wenige (“normale”) Fans beteiligen und die Demo / Kampagne unterstützen.

Die absolute Frechheit ist aber, daß behauptet wird Nazis in Nazikleidung gesehen zu haben, obwohl das gar nicht erwünscht war. Vielleicht hätte die*er Autor*in einfach mal auf die Organisator*innen zu gehen und sie informieren sollen. Auch um zu sehen, wie die Demo mit offen sichtbaren Nazis umgeht. Das nicht offen erkennbare Nazis, neben Unmengen an Zivis und Bereitschaftspolizei, mitliefen, ist nichts Neues. Widerlich bleibt es auch. Und eine Distanzierung gegenüber rechtsoffenen Fanszenen, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie ist und bleibt wichtig. Das klare Statement gegen Nazis und ihre Mode durch die Organistor*innen kann hierbei behilflich sein Diskussionen auch in der eigenen Kurve zu fördern.


... but the whole bitch is too long to quote.

Und auch TeBe wird erwähnt!

Äußerst gruselig, reflektionsfrei, unkritisch und uninformiert, was die Jungle World zu der Demo abgeliefert hat. Bloß gut, daß es alternative Berichte von Nicole Selmer, B.A.F.F., der Schickeria, Dortmunder*innen und anderen gibt. Von dem Jungle World Artikel und der Veranstaltung von TeBe Fans, die offenbar doch eher zur Selbstbeweihräucherung der eigenen Fanszene gedacht war, ist derartiges nicht zu erwarten. Die Braunschweiger*innen sind da sehr viel weiter…


Ja, ja, diese progressive Braunschweiger!

http://amaranto.noblogs.org/2010/ ... 9-10-2008/
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon zéro cinq » 18.10.10 18:17

mittlerweile finde ich das wirre geschreibsel wirklich nur noch amüsant.

ich mein, echt, was für ein entlarvender satz:

Die absolute Frechheit ist aber, daß behauptet wird Nazis in Nazikleidung gesehen zu haben, obwohl das gar nicht erwünscht war.


weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

und der ist auch nicht schlecht:

Richtig ist, daß es Gewalt gegen und Überfälle auf andere Fußballfans, Migrant*innen, LGBT-Menschen und andere im Umkreis von Fußballspielen immer wieder gibt. Nur sollte differenziert werden inwieweit Rassismus bei diesen „Übergriffen“ nicht eher bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft relevanter sind.


hier laufen grammatik und inhaltliche kategorien amok. wenn die sätze wirklich das sagen sollen, was sie sagen, dann hat sich ihr autor endgültig disqualifiziert.
Jede Form von Extremität (Arme, Beine, etc.) kann nicht die Antwort sein.
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon QBA » 18.10.10 19:30

echt traurig was der autor da für ein scheiß zusammengeschreibt :roll:
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon mr. bungle » 21.10.10 09:38

Die Ultras Roter Stern finden den Artikel in der Jungle wenig überraschend auch scheiße.

Dann noch was aus der taz: Oft werden sie als Idioten bezeichnet. Dabei ist die Ultra-Szene eine ernstzunehmende, jugendliche Protestbewegung, die für Freiheits- und Bürgerrechte streitet.
Da fragt man sich schon, wessen Geistes Mutter Kind manche Leute sind.
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon felix » 21.10.10 12:03

solche grundlegenden freiheits- und bürgerrechte wie z.b. das um-sich-werfen mit kanonenschlägen in fremden stadien? gute und wichtige sache, die es unbedingt zu verteidigen gilt.
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon fairistmehr » 21.10.10 12:17

oh oh...
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon felix » 21.10.10 12:21

fairistmehr hat geschrieben:oh oh...

winke-winke!
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon Alles für den Club » 21.10.10 14:55



oh weh... mir fehlen ernsthaft die worte, der unterschied zwischen Hools und Ultras ist die Qulität... aha... und wir beweihräuchern uns also?
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon peeka » 21.10.10 15:01

Und Gewalt gehört zum Fußball.

Da fällt mir doch das berühmte Zitat von Berti Vogts ein:
"Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben."
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Re: Demo und Kampagne "Zum Erhalt der Fankultur"

Beitragvon mr. bungle » 21.10.10 15:55

peeka hat geschrieben:Da fällt mir doch das berühmte Zitat von Berti Vogts ein:


Ja, so berühmt, dass ich es echt nicht mehr hören/lesen kann...
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