Barra Brawu hat geschrieben:Der VfL Halle ist blau-rot, nicht braun!
Als vor einigen Wochen durchsickerte, dass der VfL Halle einen neuen Torhüter unter Vertrag nehmen wollte, der bereits in der Vergangenheit durch rechtsextremes Verhalten aufgefallen ist, waren wir empört. Wir sind aber davon ausgegangen, dass sich dies mit dem Verein regeln ließe und dieser von einer Verpflichtung absehen würde. Dem war aber leider nicht so.
Nun steht mit Franz Lohse jemand im Tor unseres Herzensvereins, der bereits bei seinem vorherigen Verein Einheit Wernigerode an einem Vorfall in der Kabine beteiligt gewesen sein soll, bei dem Hitler-Postkarten verteilt wurden. Auf seinem Instagram-Account postet Lohse zudem regelmäßig Nazi-Propaganda. Er beklagt dort die deutschen Gefallenen von Stalingrad, oder zeigt aktuelle Bilder von sich und seinen Freunden, von denen einer stolz in einem T-Shirt mit einem „Björn Höcke“-Schriftzug posiert. Das Shirt huldigt also nicht „einfach nur“ einer rechten Partei – was schon schlimm genug wäre –, sondern deren offen faschistischem Aushängeschild.
Für Lohse kein Problem. Dass dieses Bild auch noch am 20.4. entstand bzw. gepostet wird (also an Hitlers Geburtstag), ist womöglich auch kein Zufall. Lohse, der auch gerne mal Feiern von Enrico Marx besucht, einem seit Jahren als Organisator von Nazikonzerten bekannten Akteur der rechtsextremen Szene, lässt also kaum Zweifel an seiner Gesinnung. Von Lohse selbst gibt es keine öffentliche Distanzierung – lediglich sein Instagram-Account wurde auf privat gestellt, so dass sich vieles nun jenseits der Öffentlichkeit abspielt. Es kann also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich die politische Haltung Lohses um kein Jota verändert hat.
Dass er nun trotz all dieser Infos beim VfL landet, ist ein absoluter Verrat an all dem, wofür der VfL und seine Fans stehen. Auch wenn Lohse sich im Verein halbwegs bedeckt gibt, ist er dennoch das, was er an anderer Stelle zur Schau trägt: Ein Nazi! Dass er dann noch bei dem ohnehin fragwürdigen „La Familia Fightclub“-Gym trainiert und aus der HFC-Fanszene kommt, setzt der ganzen Verpflichtung noch die Krone auf. (
https://todon.eu/@LSArechtsaussen/112133883142267251)
ass der Verein nicht bei jedem Spieler einen Gesinnungstest macht und auch nicht machen sollte, ist klar. Er soll sich vorrangig um das Sportliche kümmern. Wenn aber an den Verein herangetragen wird, wen man sich da ins Boot bzw. Tor holt und dies dann schlichtweg übergangen wird, ist das eine Entwicklung, die wir nicht erwartet haben, die uns schlichtweg empört und die wir keinesfalls stillschweigend abnicken werden. Der Verein, der eine Verantwortung für seine Mitglieder, seine Nachwuchsspieler, seine Mannschaften und auch für seine Zuschauer hat, sollte schleunigst sehen, wie man jemanden wieder loswird, der offensichtlich ein rechtsextremer Depp ist. Wenn aber das Vereins-Präsidium die Verpflichtung Lohses verteidigt und bittet, dass die Fans dies akzeptieren und die „Sache nicht an die große Glocke hängen“, belegt damit nur das eigene Unverständnis über die Beschaffenheit der eigenen Fanszene. Selbstverständlich werden wir dieser Bitte nicht nachkommen. Natürlich skandalisieren wir das Vorgehen des Vereins auch öffentlich. Nicht zuletzt in der Hoffnung, dass wir den Verein vor solchen falschen Entscheidungen schützen bzw. den Schaden wenigstens nachträglich wieder ein wenig eingrenzen können.
Wir werden als Barra Brawu jedenfalls keine Mannschaft unterstützen, in der ein Nazi unbehelligt mitspielen darf. Für die Spieler tut es uns sehr leid, dass sie von uns nicht mehr die gewohnte Unterstützung von den Rängen bekommen werden. Aber wir hoffen, dass sie diesen Schritt nachvollziehen können. Für uns gibt es keine Kompromisse: Nazis haben beim VfL nichts zu suchen.
Solange der Verein an Lohse festhält, werden wir keine Fußballspiele besuchen. Wir werden aber auch nicht kampflos dem Verein den Rücken kehren. Unsere Forderung ist und bleibt ganz einfach, unkompliziert und klar: Nazis raus!
Barra Brawu