Sport ohne Turnväter
Verfasst: 06.10.11 20:07
Sport ohne Turnväter bzw Plastikverein gegen Tradition!
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Hier weiterlesen...Friedrich Ludwig Jahn gilt allgemein als Begründer der deutschen Turn- und Sportbewegung. Die von ihm mit herausgegebene Schrift 'Die Deutsche Turnkunst' aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellt noch immer eine wichtige Grundlage für den heutigen Sportbetriebs dar. Von einer breiten Öffentlichkeit wird Friedrich Ludwig Jahn bis heute weitgehend unreflektiert verehrt. So sind überall in Deutschland – in Ost wie West gleichermaßen – Sportplätze, Schulen und Straßen nach dem so genannten Turnvater benannt.
In seinem 1810 veröffentlichten politischen Hauptwerk beschreibt Friedrich Ludwig Jahn ziemlich deutlich seine Vorstellungen über das deutsche Volk. Jahn träumte von einem geeinten Deutschland als tendenziös totalitären Nationalstaat. „Mit dem Staate, durch ihn für ihn und in ihm wird der Bürger fühlen, denken und handeln; er wird mit ihm und dem Volke eins sein im Leben, Leiden und Lieben.“ Dieser Staat zeichnete sich zunächst durch die militärische Kindes- und Jugenderziehung, ausschließlich mittels deutschen Sports, deutscher Lieder, ausgewählter deutscher Literatur und nationaler Staatskunde aus.
"Deutsches Volksthum" So verband Jahn die – damals fortschrittliche – Schulpflicht mit seiner völkischen Lehre. Alles, was im Sinne einer Allgemeinbildung über die eigenen Landesgrenzen hinausging, lehnte er strikt ab. „Nur eine Mutter hat jeder Mensch, eine Muttersprache ist für ihn genug." Die sich gerade etablierenden Ideale der Aufklärung werden von Jahn als große Gefahr für die deutschen Bevölkerung angesehen, als „Ausbrüche eines Feuerbergs“, die ein „Heere von Gräueln“ mit sich brächten.
Er sprach jedem Ausländer bürgerliche Rechte ab, solange er nicht nach eingehender Wesens- und Loyalitätsprüfung deutscher Staatsbürger geworden ist. Jahn macht die Identität eines Volkes vom Territorium abhängig, auf dem ein Mensch geboren wird. So werden die Bedürfnisse der Deutschen an der Fruchtbarkeit des Preußischen Bodens ausgemacht, welcher die Notwendigkeit des Volkes zu schweren Leibesarbeiten erfordere.
Diese seien selbstverständlich anstrengender, als die anderer Völker: „Stärke und Ausdauer, was doch die wahre Siegeskraft ist, wagt ihm kein Überrheiner und Überalper abzuleugnen; denn das bloße äußere Ansehen würde zu auffallend Lügen strafen.“ Jahn war fest von einer Hierarchie der Rassen überzeugt, wobei die Deutschen selbstredend den Spitzenplatz einnahmen. Denn „von der Hitze, die Mohren sengt, bis zum Frost, der Polarmenschen einschrumpft“ seien die anderen Völker den Deutschen weder körperlich noch geistig gewachsen....
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