Saison 2026/27
Re: Saison 2026/27
Man sollte nicht meinen das hier erwachsene Menschen schreiben.
Perfekte Aussendarstellung!
Perfekte Aussendarstellung!
- mr. bungle
- Beiträge: 10796
- Registriert: 06.02.03 01:55
- Wohnort: Beautiful Mountain Peace Meadow
- Kontaktdaten:
Re: Saison 2026/27
Thema hat zwar nichts mit Saison 2026/27 zu tun, aber doch eine ganze Menge mit unserem Verein. und ist somit zumindest in dieser Hinsicht keinewegs off-topic.
Denn Israel ist nicht einfach nur der Staat der Shoa-Überlebenden, sondern wurde auch Zufluchtsort und Schutzraum für zahlreiche Tennis Borussen, die während der späten 30er und frühen 40er ins damalige Mandatsgebiet entkamen. Viele ihrer Familien waren zuvor vor den Pogromen u.a. im Zarenreich nach Deutschland geflohen. Wer sich nur etwas mit Hans Rosenthal und desssen Familie beschäftigt hat, weiß um deren Verbundenheit mit dem Staat der Überlebenden. Das gilt nicht minder für die Nachkommen von in die USA oder ins UK geflohenen ehemaligen Vereinsmitgliedern.
Jahrzehntelangen Auswertungen internationaler Medien zufolge ist kein Staat dieser Welt so intensiver Kritik ausgesetzt wie der jüdische Staat. Gegen keinen Staat der Welt wurden so viele UN-Resolutionen beschlossen wie gegen Israel. Israel ist seit drei Jahren regelmäßig Top-News weltweit, da können die RSF im Sudan noch so viele hinmetzeln, es taucht noch nicht mal als Randnotiz auf. Vor diesem Hintergrund ist es kurios, wenn immer wieder gefordert wird, Israelkritik müsse doch erlaubt sein.
Während das unfassbare Leid in anderen Krisenregionen der Welt niemanden hinter dem Ofen hervorlockt, interessiert sich die Welt traditionell jede Krise, für Israel verantwortlich gemacht werden kann, auf zumeist sehr unterkomplexe Weise.
Israel ist der Staat, der der UN-Resolution 1947 einer Zweistaatenlösung zustimmte, vom ersten Tag seiner Existenz an jedoch Vernichtungsdrohungen sämtlicher Nachbarn ausgesetzt war, für die "Land für Frieden" keine Option war und ist.
Israel hat 2023 das schlimmste Progrom seit dem Holocaust erlebt, und die Retraumatisierung der israelischen Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer kollektiven Erinnerung war erklärtes Ziel der Täter. Am Folgemorgen waren die Straßen im Westen voller Demonstranten. Aber nicht etwa die soeben verübten Greueltaten der Hamas (für deren ideologische Vordenker der Nationalsozialismus nachweislich wesentliche Inspiration war), sondern gegen Israel. Noch bevor es überhaupt reagiert hatte. Noch als hunderte von Leichen auf dem Gelände des Nova-Festivals lagen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war Israel in der Täterrolle.
In Berlin ist es kein Problem, sich mit jeder beliebigen Fahne auf nahezu jedem beliebigen Event zu zeigen. Es sei denn, es handelt sich um die israelischen Farben. Damit wird man häufig nicht nur ausgeschlossen, sondern bedroht. In der Berliner Clubszene werden DJs wegen ihrer Nationalität gecancelt. Dass sie vehemente Kritiker der aktuellen Regierung sind, hilft ihnen kein bisschen. Es genügt, dass sie Israelis sind. Es gibt unzählige Beispiele dieser Art. Sie werden einfach hingenommen, sie sind Normalität geworden.
Israelhass ist das einzige Thema, auf das sich Rechte, selbsterklärte Linke und auch Teile der Mitte der Gesellschaft ganz hervorragend verständigen können. Israeldämonisierung und doppelte Standards sind salonfähig geworden im akademischen Betrieb, auf Konzertbühnen, im Kulturbetrieb, in vermeintlich progressiven Bewegungen. Parteien wissen, dass es sich lohnt, damit auf Stimmfang zu gehen. Selbst bei Kommunalwahlen.
Israel ist das Land, das seit Jahrzehnten gute Ratschläge aus Deutschland erhält, wie es sich zu verhalten habe und würde längst nicht mehr existieren, wäre es vielen dieser Empfehlungen gefolgt. Israel ist das Land, dem faktenwidrig vorgeworfen wird, "Siedlerkolonie" zu sein, was umso ironischer ist, wenn das durch Studierende aus klassischen Siedlerkolonien wie den USA, Kanada oder Australien, die diese Definition tatsächlich erfüllen, geschieht.
Mir ist noch niemand bei TeBe begegnet, der auch nur ansatzweise Sympathien für Netanyahu hegt. Man kann ihn nicht nur kritisieren, man muss es sogar. Er ist so korrupt wie antidemokratisch, sein Kabinett mit mehreren Rechtsextremen besetzt. Und damit liegt sie leider im globalen Trend. In anderen Ländern werden rechte Regierungen gewählt, ohne dass sie sich in einer permanenten Bedrohungslage - von denen bekanntlich fast immer die Hardliner profitieren - befinden. In Deutschland genügt weit weniger für den Siegeszug einer neofaschistischen Partei.
Die israelische Fahne gehört nicht der Netanyahu-Regierung. Sie ist genauso sehr die Fahne der Hunderttausenden, die gegen die Justizreformen auf die Straße gingen. Es ist die Fahne von von 2 Millionen in diesem Staat lebenden Palästinensern. Zumindest formell sind sie absolut gleichberechtigt und bekleiden höchste Positionen. Beispielsweise als Richter, die ehemalige Ministerpräsidenten zu jahrelangen Haftstrafen verurteilen - so viel zur "Apartheid". Die israelische Fahne gehört genauso Golda Meir, Shimon Peres, Dana International, Ofra Haza, Asaf Avidan, Avram Hershko, Gavriel Meron, Marta Weinstock-Rosin, Yossi Benayoun, Ephraim Kishon und vielen anderen.
Es gibt nicht den geringsten Grund für TeBe, diese Fahne nicht zu zeigen. In Zeiten, in denen dies an so vielen Orten unmöglich geworden ist, ist es sogar unsere Verpflichtung.
Denn Israel ist nicht einfach nur der Staat der Shoa-Überlebenden, sondern wurde auch Zufluchtsort und Schutzraum für zahlreiche Tennis Borussen, die während der späten 30er und frühen 40er ins damalige Mandatsgebiet entkamen. Viele ihrer Familien waren zuvor vor den Pogromen u.a. im Zarenreich nach Deutschland geflohen. Wer sich nur etwas mit Hans Rosenthal und desssen Familie beschäftigt hat, weiß um deren Verbundenheit mit dem Staat der Überlebenden. Das gilt nicht minder für die Nachkommen von in die USA oder ins UK geflohenen ehemaligen Vereinsmitgliedern.
Jahrzehntelangen Auswertungen internationaler Medien zufolge ist kein Staat dieser Welt so intensiver Kritik ausgesetzt wie der jüdische Staat. Gegen keinen Staat der Welt wurden so viele UN-Resolutionen beschlossen wie gegen Israel. Israel ist seit drei Jahren regelmäßig Top-News weltweit, da können die RSF im Sudan noch so viele hinmetzeln, es taucht noch nicht mal als Randnotiz auf. Vor diesem Hintergrund ist es kurios, wenn immer wieder gefordert wird, Israelkritik müsse doch erlaubt sein.
Während das unfassbare Leid in anderen Krisenregionen der Welt niemanden hinter dem Ofen hervorlockt, interessiert sich die Welt traditionell jede Krise, für Israel verantwortlich gemacht werden kann, auf zumeist sehr unterkomplexe Weise.
Israel ist der Staat, der der UN-Resolution 1947 einer Zweistaatenlösung zustimmte, vom ersten Tag seiner Existenz an jedoch Vernichtungsdrohungen sämtlicher Nachbarn ausgesetzt war, für die "Land für Frieden" keine Option war und ist.
Israel hat 2023 das schlimmste Progrom seit dem Holocaust erlebt, und die Retraumatisierung der israelischen Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer kollektiven Erinnerung war erklärtes Ziel der Täter. Am Folgemorgen waren die Straßen im Westen voller Demonstranten. Aber nicht etwa die soeben verübten Greueltaten der Hamas (für deren ideologische Vordenker der Nationalsozialismus nachweislich wesentliche Inspiration war), sondern gegen Israel. Noch bevor es überhaupt reagiert hatte. Noch als hunderte von Leichen auf dem Gelände des Nova-Festivals lagen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war Israel in der Täterrolle.
In Berlin ist es kein Problem, sich mit jeder beliebigen Fahne auf nahezu jedem beliebigen Event zu zeigen. Es sei denn, es handelt sich um die israelischen Farben. Damit wird man häufig nicht nur ausgeschlossen, sondern bedroht. In der Berliner Clubszene werden DJs wegen ihrer Nationalität gecancelt. Dass sie vehemente Kritiker der aktuellen Regierung sind, hilft ihnen kein bisschen. Es genügt, dass sie Israelis sind. Es gibt unzählige Beispiele dieser Art. Sie werden einfach hingenommen, sie sind Normalität geworden.
Israelhass ist das einzige Thema, auf das sich Rechte, selbsterklärte Linke und auch Teile der Mitte der Gesellschaft ganz hervorragend verständigen können. Israeldämonisierung und doppelte Standards sind salonfähig geworden im akademischen Betrieb, auf Konzertbühnen, im Kulturbetrieb, in vermeintlich progressiven Bewegungen. Parteien wissen, dass es sich lohnt, damit auf Stimmfang zu gehen. Selbst bei Kommunalwahlen.
Israel ist das Land, das seit Jahrzehnten gute Ratschläge aus Deutschland erhält, wie es sich zu verhalten habe und würde längst nicht mehr existieren, wäre es vielen dieser Empfehlungen gefolgt. Israel ist das Land, dem faktenwidrig vorgeworfen wird, "Siedlerkolonie" zu sein, was umso ironischer ist, wenn das durch Studierende aus klassischen Siedlerkolonien wie den USA, Kanada oder Australien, die diese Definition tatsächlich erfüllen, geschieht.
Mir ist noch niemand bei TeBe begegnet, der auch nur ansatzweise Sympathien für Netanyahu hegt. Man kann ihn nicht nur kritisieren, man muss es sogar. Er ist so korrupt wie antidemokratisch, sein Kabinett mit mehreren Rechtsextremen besetzt. Und damit liegt sie leider im globalen Trend. In anderen Ländern werden rechte Regierungen gewählt, ohne dass sie sich in einer permanenten Bedrohungslage - von denen bekanntlich fast immer die Hardliner profitieren - befinden. In Deutschland genügt weit weniger für den Siegeszug einer neofaschistischen Partei.
Die israelische Fahne gehört nicht der Netanyahu-Regierung. Sie ist genauso sehr die Fahne der Hunderttausenden, die gegen die Justizreformen auf die Straße gingen. Es ist die Fahne von von 2 Millionen in diesem Staat lebenden Palästinensern. Zumindest formell sind sie absolut gleichberechtigt und bekleiden höchste Positionen. Beispielsweise als Richter, die ehemalige Ministerpräsidenten zu jahrelangen Haftstrafen verurteilen - so viel zur "Apartheid". Die israelische Fahne gehört genauso Golda Meir, Shimon Peres, Dana International, Ofra Haza, Asaf Avidan, Avram Hershko, Gavriel Meron, Marta Weinstock-Rosin, Yossi Benayoun, Ephraim Kishon und vielen anderen.
Es gibt nicht den geringsten Grund für TeBe, diese Fahne nicht zu zeigen. In Zeiten, in denen dies an so vielen Orten unmöglich geworden ist, ist es sogar unsere Verpflichtung.
Lassen Sie mich durch, ich bin Henning Wehland!
Re: Saison 2026/27
Danke Bungle für den klaren und ausführlichen Post!
Beschämend, wenige Tage vor dem Spiel bei Makkabi diese Debatte führen zu müssen.
Beschämend, wenige Tage vor dem Spiel bei Makkabi diese Debatte führen zu müssen.
Re: Saison 2026/27
In der Tat.